Silbertablett

Manchmal, werden uns Dinge auf dem Silbertablett serviert. In diesem Fall, hat die Natur ein wenig nachgeholfen und mir meinen Spaziergang versüßt.
Wobei es sowas wie normale Spaziergänge bei mir schon länger nicht mehr gibt. Heute jedoch bekam ich gleich vier Botschaften der Extraklasse!
1:
Auf meinem Weg durch den Park, flog mir auf einmal was in meine Locken. Zum Glück plumpste dieses etwas auf den Boden, denn es war ein Knäuel aus sich bekriegenden Hornissen! Ja, es waren zwei Hornissen (!), die  wahrscheinlich um ihre Herrschaft rangen ;-).
Zum Glück, beachteten sie mich nicht weiter, denn sie waren zu beschäftigt mit ihrer Rangelei. Dieses Bild erinnerte mich an die jetzige Zeit: Hell gegen Dunkel, Gut gegen Böse, x gegen y. Und lässt sich wunderbar als Spiegel auf uns Menschen übertragen, denn obwohl gleichen Ursprungs (Gottes Werk) und sogar derselben Gattung (Hornisse = Hornisse), meinen sie sich bekriegen zu müssen. Aber, ist das denn notwendig? Ich sage: Nein! Unterschiedliche Meinungen zu haben und diese auch laut aussprechen zu dürfen, ja! Nur so, können wir von einander lernen und neue Sichtweisen bekommen. Alles jedoch immer gleich in Streit ausarten zu lassen und unsichtbare Mauern zu bauen, nur weil man unterschiedlicher Meinung ist, braucht es einfach nicht…
2:
Mein Weg führte mich weiter und ich kam an einem kleinen Teich voller Entengrütze.
An diesem Teich stand eine Eberesche mit wundervollen, roten Beeren. Ich ging hin und sammelte ein paar abgefallene Beeren ein. Umso weiter ich nach vorne pirschte ins höhere Gras bzw. zum Teichrand, desto schönere Beeren fand ich. Was mich daran erinnern ließ: Desto weiter man sich nach vorne wagt, umso größere Wunder kann man erleben. Deshalb, habe Mut und wage dich immer einen Schritt weiterzugehen!

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3:
Just den vorigen Gedanken zu Ende gedacht, gesellten sich ein Vater mit seinem Sohn dazu. Man muss sagen, der Teich war wirklich ein kleines Idyll inmitten eines recht großen Parks und sah leicht verwunschen aus. Es war ein sehr friedlicher Ort. Von diesem fühlten sich nun auch die beiden besagten angezogen. Der Vater grüßte kurz und setzte sich mit einem zufriedenen Seufzer rechts von mir ins Gras an den Teich und sagte: „Was für ein toller Platz!“.
Diese Situation mag sehr normal scheinen, aber für mich war sie schön zu beobachten. Denn mir kam der Gedanke, wie leicht und einfach es doch sein kann mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. Distanzlos, locker, fröhlich und als wäre es das natürlichste der Welt miteinander zu kommunizieren. Die Natur hatte in diesem Fall geholfen und trug zu dieser Leichtigkeit, aufgrund des gemeinsamen Interesses an diesem kleinen Teich und dieser friedlichen Energie des Ortes bei! Und, meistens sind es wohl wir selbst – unser Verstand, der diese Undurchdringlichkeit und Distanz aufbaut, die in Wirklichkeit aber gar nicht da ist! Getrenntheit ist eine Illusion!

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4:
Weiter ging es für mich in den Botanischen Garten und ich setzte mich unter einen Mirabellenbaum. Blauer Himmel, lauter schöne Blumen – herrlich!
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Ich fing an, diesen Text bzw. diese vorigen Eindrücke festzuhalten bis es anfing zu summen. Eine Wespe setzte sich vor mir auf den Boden. Ein Glück, nur eine Wespe! Ah – nein! Direkt daneben war wieder eine Hornisse! Als könnte man sie übersehen, diese großen Geschöpfe! Recht regungslos war sie, ein Flügel war ein wenig desolat. „Die Arme, dachte ich“ und schickte ihr ein wenig Heilung rüber. Ich war jedoch auch hin und her gerissen – einerseits „Hilfe, ich flüchte“ und andererseits „…faszinierend“. Ein Stimme sagte mir: „Du brauchst keine Angst haben vor dem vermeintlich gefährlichem. Beobachte! Es tut nichts. Du brauchst nicht davor wegzurennen, sondern lerne damit umzugehen…“. Dieser letzte Satz gewann und ich schaute ihr weiter zu. Dann jedoch hatte ich den Impuls trotzdem aufzustehen. Zu Recht! Denn neben meiner Sitzunterlage rangelten schon wieder zwei Hornissen miteinander. Nur einen Zentimeter weiter und ich hätte die Bekanntschaft mit Hornissenhintern gemacht…. Wieder also das gleiche Bild, wie vorhin! Interessant?! Was wollten mir diese Tiere noch sagen? Abermals überkam mich kurz das Gefühl der Flucht, aber ich verhielt mich ruhig und beobachtete das Spiel. Sie gingen letztendlich auseinander. Die eine flog weg, die andere jedoch war ziemlich geschwächt und konnte kaum noch krabbeln. Da kam mir eine weitere Eingebung: Kämpfe bedeuten Energieverlust! Gegen etwas so massivst anzugehen bedeutet Energieverlust! Insbesondere, wenn es gleichen Ursprungs ist. Denn wir alle sind Eins und wenn wir gegen unser gegenüber angehen, gehen wir auch gegen uns selbst!

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-ENDE-
Ich finde es immer wieder spannend, was passiert, wenn man sich der Natur öffnet und achtsam ist. Die Natur spricht zu mir und übermittelt Botschaften, Hinweise und gibt Impulse. Wir sind Teil der Natur, wir SIND Natur und somit auch mit Tieren verbunden – logisch, oder? Demnach macht es Sinn, dass solche Tierbegegnungen auch Botschaften für unser Leben als Mensch sein können und unser jetziges Sein spiegeln. Nicht zwangsläufig immer nur auf uns persönlich bezogen, gerne auch auf das Kollektiv gesehen und auf das aktuelle Zeitgeschehen, die Ereignisse in dieser Welt!